Maarten Van Severen Co

‘Das wilde Ding’ ist die zweite Ausgabe von ‘Maarten Van Severen & Co’, der Ausstellung zeitgenössischen Designs, die verdeutlicht, was Gestaltung für Maarten Van Severen (1956–2005) bedeutete. Die Präsentation stellt Zusammenhänge zwischen dem Werk des bekanntesten belgischen Designers seiner Generation und dem Werk anderer Designer und Künstler her. Sie erklärt Aspekte des Gestaltens, die für Designer von heute noch stets relevant sind.

In ‘Das wilde Ding’ tritt das Werk von Maarten Van Severen mit beseelten Objekten geistesverwandter Schöpfer in Dialog. Die beständige Zurechnung des Designers zum Minimalismus wird mit dieser Ausstellung endgültig bestätigt. Maarten Van Severen bezeichnete sich selbst als Maximalisten, weil der Entwurf von Dingen, die auf das Wesentliche zurückgeführt werden, maximale Anstrengungen erfordert. Die Kraft seiner Entwürfe liegt im Spannungsbogen zwischen ihrer archetypischen Form und der Intensität, mit der er sie erarbeitete. Anfangs von Hand, später halbindustriell und industriell. 

Maarten Van Severen war wild. In allem, was er entwarf, befindet sich die Seele eines wilden Tieres, das den Gesetzen der Natur nicht entrinnen kann. Das Letzte, was er mit seinem Werk beabsichtigte, war die Erschaffung zahmer Objekte, die der Konsumlogik entsprechen. Er hatte die Haltung eines Handwerkers, der keine andere Wahl hat als im Dienst seiner Schöpfung zu stehen. Er war nie auf Stil aus, sondern immer auf Essenz und Harmonie, und er wurde bei allem von Liebe und Nähe angetrieben.

‘Maarten Van Severen & Co’ ist ein Beitrag zum Maarten-Van-Severen-Lehrstuhl, der 2015 anlässlich des 10. Todestages des Designers an der KASK / School of Arts in Gent eingerichtet wurde. ‘Das wilde Ding’ wurde von Marij De Brabandere und Hilde Bouchez zusammengestellt, die dabei in die Szenographie des Architekturbüros Robbrecht en Daem eingriffen. Die Ausstellung ist vom gleichnamigen Buch von Hilde Bouchez inspiriert.

Forest Maarten Van Severen 2002
Shelve Muurrekje Anne Holtrop Voor Maniera 2014
Fluisterende Liefde Kirgizstan 2015
Nude Carine Boxy 2016



Sammlung In Progress

Wie verwaltet ein Museum seine Sammlung? In dieser Ausstellung können Sie hinter die Kulissen des Design museum Gent blicken, bevor der kommende Umzug der Sammlung stattfindet. Mehr als 20 000 Objekte sollen ab 2017 in den neuen zentralen Kulturgüterschutzraum der Stadt Gent umgestellt werden.

Manche Objekte wurden noch nicht inventarisiert oder fotografiert. Die Basisregistrierung ist notwendig, um die Sammlung gut verwalten zu können. Zudem müssen viele Objekte desinfiziert und sauber gemacht werden, bevor sie im neuen Lager aufbewahrt werden können. Manche Werke brauchen eine bessere Verpackung, andere müssen rekonstruiert werden.

Eine Auswahl von Meisterwerken steht in der Präsentation zentral, so dass diese Objekte nicht fehlen, während eine neue Sammlungsausstellung vorbereitet wird. Außerdem können einige kleine Themenausstellungen erwartet werden.

Zugabteil Van de Velde


1934-1935 entwarf Henry van de Velde ein Zugabteil. In dieser Zeit war er künstlerischer Berater der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB. Die Gestaltung des Zugabteils ist mit der schlichten Linienführung, der strengen Funktionalität und der Detailgenauigkeit typisch für den späteren Stil des Designers. Im Verlauf von ‘Sammlung in Progress’ wurde das Zugabteil fotografiert, restauriert und wieder zusammengebaut.



Alonso International Glass Collection

Bei der Vorstellung liegt der Schwerpunkt auf der Herstellung der sogenannten Cristalleries de Val Saint-Lambert in der Nähe von Lüttich. Dieses Kristallwerk ist seit 1926 auf Ornamentglas, Glas, Kristallglas und Utensilien spezialisiert. Dazu gehören zum Beispiel die ‘Oignons de Jemeppe’ Van de Velde Glaswaren vom Chefdesigner Léon Ledru, sowie Art Déco und modernistische Entwürfe von Joseph Simon und Charles Graffart.

20170208 Alonso Lr